Mit dem 2021 getroffenen Beschluss zur Teilnahme am Landeswettbewerb “Mobil.NRW” verfolgte der Rat grundsätzlich ein begrüßenswertes Ziel: Mit dem Mobility Hub am Bremer Platz sollte ein sichtbares Zeichen für eine umweltfreundliche Mobilitätswende gesetzt werden. Das Projekt hätte sicherlich das Potential gehabt, ein Vorzeigeprojekt für Münster zu werden.
Bei der Dimensionierung der Fahrradinfrastruktur muss der tatsächliche Bedarf und die angespannte Haushaltslage der Stadt im Blick bleiben. Grundsätzlich ist es wichtig, beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur vorausschauend zu planen und auch Kapazitäten über den unmittelbaren Bedarf hinaus zu schaffen, damit die Förderung des Radverkehrs nicht zwischenzeitlich durch fehlende Abstellmöglichkeiten ausgebremst wird. Mit der Radstation am Hansator auf der Ostseite des Bahnhofs gibt es bereits ein Fahrradparkhaus, das bislang nicht annähernd ausgelastet ist.
Auch wenn der Mobility Hub mit einer hohen Landesförderung geplant war, bleibt ein erheblicher Eigenanteil bei der Stadt. Trotz der wünschenswerten Umsetzung des Projekts muss dies in einem finanziell vertretbaren Rahmen geschehen. “Die zusätzlichen 3.000 Fahrradstellplätze sind unserer Einschätzung nach unter den derzeitigen Bedingungen nicht erforderlich”, sagt Sebastian Kappen, verkehrspolitischer Sprecher von Volt Münster.
Zum Modellprojekt gehörte allerdings nicht nur die Umgestaltung des Parkhauses, sondern auch der wichtige Lückenschluss der Veloroute zwischen Schillerstraße und Promenade. Gerade diesen Teil halten wir weiterhin für äußerst sinnvoll und wünschenswert. Dies sollte im Rahmen der weiteren Umsetzung des Fahrradnetzes 2.0 zeitnah realisiert werden, unabhängig davon, wie es mit dem Mobility Hub weitergeht.
Sebastian Kappen fasst zusammen: “Wir sehen es deshalb als sinnvoll an, die städtischen Investitionen auf die Maßnahmen zu konzentrieren, die aktuell den größten Nutzen für die Mobilitätswende haben. Der Lückenschluss der Veloroute zwischen Schillerstraße und Promenade gehört aus unserer Sicht ausdrücklich dazu und sollte nicht aufgegeben werden, weil ein Baustein des Gesamtprojekts nicht umgesetzt werden kann.”