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Koalition zum Kreisverkehr Von-Esmarch-Straße

Koalition zum Kreisverkehr Von-Esmarch-Straße

Volt Münster
3 Min. Lesezeit
Home Blog Koalition zum Kreisverkehr Von-Esmarch-Straße

Zur Diskussion um den Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße in Gievenbeck erklären Andrea Blome und Albert Wenzel, Sprecher*innen der Grünen Ratsfraktion:

„In der Stadtgesellschaft wurde der Umbau des Kreisverkehrs genau wie in der Politik kontrovers diskutiert. Aus unserer Sicht wäre auf der Basis der vorliegenden Gutachten auch eine Abwägung zugunsten eines optimierten Kreisverkehrs möglich gewesen. Sicherheitstechnische Verbesserungen, wie z.B. die Absetzung der Radfurten und Aufpflasterungen an den Ausfahrten, halten auch viele Anwohner*innen für sinnvoll.

Wir haben allerdings feststellen müssen, dass es für diesen optimierten Umbau und Erhalt des Kreisverkehrs keine demokratische Mehrheit im Stadtrat geben wird. Wir Grüne wollen keinen Stillstand, denn der aktuelle Zustand ist schlecht. Deshalb müssen wir Verzögerungen vermeiden. Wir werden uns daher bei der Abstimmung enthalten, um jetzt eine Entscheidung zu ermöglichen.“

Lia Kirsch, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, betont: 

„Die triftigen Argumente verschiedener Gutachten, in denen einer Ampel eine höhere Sicherheit insbesondere für die vulnerablen Verkehrsteilnehmer*innen zugeschrieben wird, können wir am Ende nicht ignorieren. Aus diesem Grund stimmt die SPD in der Sitzung des Verkehrsausschusses der vom Oberbürgermeister und der Verwaltung vorgeschlagene Ampellösung zu. Unser gemeinsames Ziel, die Verkehrswende voranzubringen und den Umweltverbund zu stärken, werden wir mit weiteren Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet forcieren.“

Maren Berkenheide, Sprecherin der Volt-Ratsfraktion, erklärt:

„Eine Ampelkreuzung halten wir weiterhin nicht für die beste Lösung. Ein nach niederländischem Vorbild optimierter Kreisverkehr hätte die Verkehrssicherheit zeitnah verbessert, ohne den Zielen des gemeinsam beschlossenen Masterplans Mobilität zu widersprechen und ohne unumkehrbare Fakten für Jahrzehnte zu schaffen.

Für diesen pragmatischen Weg gibt es im Rat jedoch keine demokratische Mehrheit. Diese Entscheidung respektieren wir. Um den jahrelangen Stillstand an dieser Unfallhäufungsstelle nicht weiter zu verlängern, wird Volt sich bei der Abstimmung enthalten."

Protokollnotiz von Volt im Auschuss für Verkehr und Mobilität (AVM) am 06.05.2026:

Die Fraktion Volt hält eine Modernisierung des Kreisverkehrs weiterhin für sinnvoll. Bereits im Jahr 2020 empfahl das Gutachterbüro Brilon Bondzio Weiser der Verwaltung, den Kreisverkehr zu modernisieren, nachdem sich die Unfallkommission erstmals mit der Unfallstelle befasst hatte. Dabei sollten die Furten um fünf Meter abgesetzt und aufgepflastert werden, um die Sichtbeziehungen zwischen Radfahrenden und Kfz zu verbessern und eine Aufstellfläche für ein- und ausfahrende Kfz zu schaffen. Leider ist die Verwaltung dieser Empfehlung nicht gefolgt, sodass der Kreisverkehr aufgrund seiner nicht mehr standardgemäßen Bauweise auch heute, mehr als sechs Jahre später, eine Unfallhäufungsstelle ist. Die Verwaltung setzte die Maßnahmen letztendlich nicht um, da Verkehrsprognosen für das Jahr 2035 eine mögliche Überlastung des Kreisverkehrs anzeigten. Diese Prognosen wurden jedoch vor dem Beschluss des Masterplans Mobilität Münster 2035+ erstellt und weichen in ihrem Modal Split stark von den Zielen des Masterplans ab.

Mit dem Beschluss des Masterplans drückten 65 von 66 abstimmenden Ratsmitgliedern und damit alle demokratischen Parteien ihren Willen aus, den Umweltverbund in Münster zu stärken, auch zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs. Nun soll an der Von-Esmarch-Straße eine äußerst großzügige Ampelkreuzung entstehen. Diese wird weiteren Kfz-Verkehr induzieren und den Reisekomfort von Radfahrenden und Fußgängern drastisch verschlechtern. Aus unserer Sicht ist dies ein Rückschritt von den selbst gesetzten Zielen des Masterplans Mobilität.

Wir befürchten außerdem, dass ein Teil des Radverkehrs aus Gievenbeck auf den nördlich gelegenen Gievenbecker Weg ausweichen wird. Auch dort existiert ein Kreisverkehr mit hohem Verkehrsaufkommen von MIV und Radverkehr. In der Unfallstatistik ist er für den Zeitraum 2022–2024 mit drei bis fünf Unfällen mit Beteiligung von Kfz und Fahrrädern pro Jahr verzeichnet. Hinzu kommen zahlreiche weitere Beinaheunfälle durch die Missachtung der Vorfahrt durch ein- und ausfahrende Kfz, ebenso wie an der Von-Esmarch-Straße. Es steht zu befürchten, dass das höhere Verkehrsaufkommen auch hier zu steigenden Unfallzahlen führen wird.

Dass der aktuelle Zustand des Kreisverkehrs nicht beibehalten werden kann, steht außer Frage. Wir hätten uns für eine pragmatische Modernisierung des Kreisverkehrs ausgesprochen, der das aktuelle Verkehrsaufkommen problemlos bewältigen könnte. Die Unfallzahlen würden sich, basierend auf der Studienlage, vermutlich wesentlich verbessern. Sollten die Prognosen der Verwaltung bis zum Jahr 2035 eintreffen – entgegen aller Ziele des Masterplans Mobilität – hätte man ausreichend Zeit gehabt, zu einer LSA-Kreuzung überzugehen.

Doch für ein solch pragmatisches Vorgehen fehlt eine demokratische Mehrheit im gewählten Rat. Um hier keinen weiteren Stillstand zu provozieren, enthalten wir uns der Stimme.

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